Flitzente: Wie ich eine Lauf-App mit einer Ente als Gegnerin gebaut habe

Posted on

Ihr kennt mich hier vor allem mit der Kamera in der Hand, aber zwischendurch bastle ich auch gerne an anderen Projekten. Nach dem kleinen Unterwasser-U-Boot war mein letztes Projekt diesmal kein Foto-Equipment, sondern eine ganze App: Flitzente, ein Lauftrainer fürs iPhone (und für die Apple Watch) mit einer ziemlich hartnäckigen Gegnerin, einer Ente.

Die Flitzente läuft eine Route vor, im Handy sieht man die Karte mit Läufer und Ente

Die Idee

Die meisten Lauf-Apps sagen dir nur trocken deine Zeit an. Flitzente macht daraus ein Rennen: Du planst dir eine Strecke, stellst dein Wunschtempo ein, und eine virtuelle Ente läuft in genau diesem Tempo vor dir her. Bist du am Ziel schneller als sie, hast du sie gefangen, bist du langsamer, war sie dir zu schnell. Kein Account, keine Cloud, keine Anmeldung, alles bleibt auf dem Gerät.

Aus der Ente ist inzwischen eine richtige kleine Spielfigur geworden: Sie wächst über mehrere Stufen, je nachdem wie viele Kilometer man mit ihr gelaufen ist, bis hin zur „Legenden-Ente“ ab 500 km.

Die Uhr läuft mit

Der letzte große Ausbau war eine eigene Apple-Watch-Anzeige. Während man läuft, zeigt die Uhr live den Abstand zur Ente als kleine Verlaufslinie, und die Ente läuft direkt mit, animiert, mit echten Laufbewegungen. Überholt man sie, spürt man das sogar als eigenen Vibrationsimpuls am Handgelenk.

Die Flitzente-Anzeige auf der Apple Watch, animiert

Das Kniffligste dabei war die Laufanimation der Ente: Einzelne KI-generierte Standbilder wirkten immer leicht ruckelig. Die Lösung war am Ende simpel, ich hab die Bewegung nicht neu erfunden, sondern aus einem eigenen Video extrahiert: 30 dicht aufeinanderfolgende Frames aus einer durchgehenden Laufsequenz, freigestellt und auf eine einheitliche Größe gebracht, damit die Ente beim Laufen nicht „springt“.

Das Werbevideo

Für die Vorstellung der App hab ich mit Gemini ein kleines Werbe-Reel gebaut: Die Ente läuft durch einen Wald, mit einem Läufer im Hintergrund, der versucht aufzuholen. Genau das Prinzip der App, nur als kurzes Video:

Für eine zweite Variante hab ich die Ente auf einen Bergpfad geschickt, diesmal mit schroffen Alpengipfeln im Hintergrund und einem Läufer, der ihr die ganze Zeit hinterherjagt, ohne sie je einzuholen:

Fazit

Flitzente ist inzwischen im App Store erhältlich. Es war ein schönes Gegenprojekt zur Fotografie, am Ende geht’s bei beidem um dieselbe Frage: Wie bringt man eine Idee so auf den Punkt, dass sie auf Anhieb Spaß macht.